Femidoms und andere Kondome für die Frau


Als Alternative zu herkömmlichen Verhütungsmitteln für Frauen ist das sogenannte Femidom noch relativ unbekannt, obwohl im Jahr 2009 über 40 Millionen Kondome für Frauen verkauft wurden. Ähnlich wie das Kondom wird das Femidom während des Geschlechtsverkehrs als Barriere eingesetzt, um das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen zu reduzieren oder eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Es stellt eine Alternative für Frauen dar, die ohne (chemische) Eingriffe verhüten wollen und deren Partner die Benutzung von Kondomen ablehnen.

Wie funktioniert ein Femidom?

Das Kondom für die Frau ist eine dünne, locker sitzende Kunststoffhülle mit einem flexiblen Ring an jedem Ende. Der innere Ring am geschlossenen Ende der Hülle wird in die Vagina eingeführt und hält das Femidom während des Geschlechtsverkehrs auf Position. Der äußere Ring am offenen Ende der Hülle bleibt außerhalb der Vagina und deckt einen Teil der äußeren Genitalien ab. Die Innenseite des Kondoms ist mit einem Silikon-Gleitmittel beschichtet, das jedoch nicht Spermien abtötend wirkt. Ursprünglich wurde das Frauenkondom aus Polyurethan gefertigt. Inzwischen wird das preisgünstigere Material Nitril verwendet, dass robuster ist und zudem keine Allergien auslöst. In verschiedenen Größen erhältlich, sollten Femidoms sorgfältig angepasst werden, um ein angenehmes Tragegefühl und die volle Funktionsfähigkeit zu sichern. Für die meisten Vaginas ist ein mittelgroßes Kondom angemessen.

Varianten

Das VA w.o.w Frauenkondom ist aus Latex. Es ist erheblich kürzer als das Femidom und hat einen abgerundeten dreieckigen Rahmen am offenen Ende sowie am geschlossenen Ende einen Schwamm zur Verankerung in der Vagina. Ein anderes Kondom wird „Barriere“ genannt und über Vulva sowie Perineum gespannt, so dass der Penis die äußeren oder inneren Genitalien der Frau nie direkt berührt. Der rohrförmige Beutel ist mit dicken Gummibändern an den Oberschenkeln befestigt. Das Bikini-Kondom sieht aus wie ein G-String Panty und ist mit einer Bruchrate von 0,5%, wesentlich elastischer als Kondome für Männer.

Wie wird ein Femidom benutzt?

Das Kondom für die Frau sollte in einer bequemen Haltung eingeführt werden. Dazu empfehlen sich gebeugte Knie, ein angewinkeltes Bein oder eine liegende Position. Das Kondom muss mit genügend Gleitmittel versehen werden, damit es leicht eingeführt werden kann. Die Lasche sollte mit dem offenen Ende nach unten hängen. Dann wird der innere Ring mit Daumen und Mittelfinger zusammengedrückt und in die Scheide geschoben. Mit dem Zeigefinger sollte der innere Ring möglichst weit ins Körperinnere geschoben werden ohne dabei die Lasche im Inneren zu verdrehen. Zur Entfernung wird das Kondom am äußeren Ring vorsichtig aus der Scheide gezogen.

Vorteile eines Frauenkondoms

• wenig störend, weil vor dem Geschlechtsverkehr einführbar,
• einzige Verhütungsmethode für die Frau, die sowohl vor ungewollter Schwangerschaft als auch vor übertragbaren Krankheiten schützt,
• Das Gefühlserleben des Mannes wird nicht beeinträchtigt, da der Penis ganz natürlich in der Vagina gleitet, nicht fest von Kunststoff umschlossen wird und der stimulierende Gleitmechanismus der Vorhaut erhalten bleibt.
• hohes Maß an sexueller Freiheit und Spontanität,
• Unabhängigkeit von Pille und Frauenarztbesuch,
• nebenwirkungsfrei.
Photo: CC by Ceridwen

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